Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der Anne Frank

Ein Solo-Abend mit Elinor Stromberger

Inszenierung: Annalena Maas

Musik: Fabian Stromberger


Mit: Elinor Stromberger


Premiere war im Oktober 2015

INHALT

Die Unsterblichkeit der Lebensfreude


Kaum ein anderes Dokument berührt so viele Menschen auf der ganzen Welt wie das Tagebuch des Mädchens Anne Frank.
In schlichter und dadurch umso erschütternderer Weise erzählt sie darin von Menschen, die abgeschnitten von der Welt, das Ende des Krieges abwarten.
Anne schreibt in ihrem Tagebuch eindringlich aber auch humorvoll über das Zusammenleben von acht Menschen auf engstem Raum, über die sich daraus ergebenden Konflikte und Ängste und über die Träume dieser Menschen. Es ist aber auch eine Geschichte des Erwachsenwerdens, voller alltäglicher Sorgen: Probleme mit den Eltern, Entdeckung der eigenen Sexualität und der ersten Liebe.

Das Tagebuch der Anne Frank

Spielzeit 2020/2021

Datum

Zeit

Tickets

8. November 2020

18:00 Uhr

PRESSE


Tragische Umstände konnten ihrem Wesen nichts anhaben

"In einer szenischen Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank erlebte das Publikum die Geschichte der 14-jährigen Jüdin, die sich 1942 mit ihrer Familie in Amsterdam vor der Verfolgung der Nazis versteckte.

Denkbar einfach ist der Raum gestaltet: Tisch, Stuhl und Paravent. Mehr braucht es nicht, um die karge Wirklichkeit der Kriegsjahre auferstehen zu lassen. Der Rest wird vermittelt durch gut ausgewählte Tagebucheinträge – dargestellt und verkörpert von Schauspielerin Elinor Stromberger.

In Jeans und weißer Bluse spielt sie Anne als ein Mädchen, wie es auch heute in jeder Schulklasse zu finden ist. Und gerade darin liegt die Stärke des Abends. Das Mädchen Anne Frank hofft, sehnt sich, streitet sich mit ihren Eltern und ist darin nicht anders als 14-jährige Mädchen der heutigen Zeit.

Die tragischen Lebensumstände bestimmen ihren Alltag, nicht aber ihr Wesen. Ihre Lebensfreude ist es, die von der ersten Minute an gefangen nimmt. Ihr geradezu überschäumendes Naturell nimmt den Zuschauer sofort für sie ein. Man lacht viel an diesem Abend, trotz und manchmal auch wegen der tragischen Umstände, denn Anne lässt sich nicht unterkriegen von diesem Krieg. Warmherzig und intelligent findet dieses Mädchen Worte, die auch heute noch mitten ins Herz treffen.
Elinor Stromberger ist hierbei durchweg überzeugend. Mühelos schafft sie den Spagat von der anfangs noch unbedarften, kindlichen Anne zur lebenshungrigen, jungen Erwachsenen. Mal temperamentvoll, dann still und nachdenklich erweckt sie Anne zum Leben. Ehrlich und einfühlsam verschmilzt sie mit ihrer Rolle.
Der respektvolle Umgang mit diesem bekannten Werk zeichnet den Abend aus. Feinfühlig, intelligent und ohne falsche Scheu inszeniert Annalena Maas diesen schweren Stoff. Und das so leicht, als hätte sie mit Anne selbst Rücksprache halten können. Besonders eindrücklich ist die Szene, in der Anne, gerade das erste Mal geküsst, anfängt, zu tanzen. Immer wilder dreht sie sich, die Musik wird drängender, bis sie erschöpft und in tiefer Verzweiflung die Frage des Abends stellt: "Wofür nützt dieser Krieg?". Spätestens in diesem Moment wünscht man sich, die Geschichte würde eine andere Wendung nehmen.
Abgerundet wird der Abend durch die Komposition von Fabian Stromberger, der Annes Emotionen mit Klaviermusik unterstreicht und so die Gefühle zwischen den Zeilen gekonnt erlebbar macht.
Das Publikum zeigte sich tief berührt. Am Ende des Stückes herrscht ergriffene Stille, die dann von verdientem und begeistertem Applaus abgelöst wird."


- Schwarzwälder Bote -

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